Chronik der Ortsgruppe Wangen im Allgäu

Unsere Ortsgruppe Wangen im Allgäu wurde am 2.10. 1954 gegründet. Im "Haus Waltersbühl" hatten sich dazu 11 RGV-Mitglieder und mehrere Gäste, überwiegend Schlesier, zusammengefunden. Die Mitgliederstärke betrug anfangs 36 Personen.

Die Stadt Wangen war durch Beschluss des Stadtrates vom 22. April 1952 bis 1956 Patenstadt von Hirschberg im Riesengebirge. Viele Menschen aus dem Riesengebirge hatten sich nach der Vertreibung aus ihrer Heimat hier im Allgäu niedergelassen. Das war der Beweggrund, in Wangen im Allgäu eine Ortsgruppe des Riesengebirgsvereins zu gründen. Außerdem bekundete der damalige Bürgermeister von Wangen, Herr Wilhelm Uhl, dem RGV gegenüber sehr großes Interesse, zumal er den Heimatvertriebenen in vieler Hinsicht bezüglich Wohnraum und Arbeitsplätzen geholfen hat. Als erster im gesamten RGV erhielt Herr Uhl die Ehren-Urkunde für 50-jährige Mitgliedschaft.

Bei der Gründung der Ortsgruppe Wangen übernahm Wilhelm Heinze den Vorsitz, den er dann bis zu seinem Tode 1965 innehatte. Wilhelm Heinze war vor der Vertreibung aus Schlesien Bürgermeister von Schreiberhau gewesen, später wurde er Hauptvorsitzender im RGV.

In ihm hatten wir auch in der Ortsgruppe eine kompetente Persönlichkeit an der Spitze. Sein Nachfolger wurde Reinhold Krischke, der das Amt 1981 aus Altersgründen abgab. Ihm folgte Alfons Driemel, der schon 1984 starb. Der nächste Vorsitzende wurde Oberförster Paul Schindler, der wie Wilhelm Heinze aus Schreiberhau stammte. Nach ihm wurde unsere langjährige Kassenverwalterin Hildegard Paepke zur Vorsitzenden gewählt. 1990 konnte mit Unterstützung des damaligen Hauptvorsitzenden des RGV, Wdfd. Gerhard Kern, als Vorsitzende Alma Löwenstein gewonnen werden. Nachdem ihrem Tode 2005 wurde Anni Müller zur Vorsitzenden gewählt.

Wir erinnern uns gerne und dankbar an unsere früheren Vorsitzenden, die sich alle auf ihre ganz eigene Art für den Riesengebirgsverein eingesetzt haben. Bis 1990 waren Schlesier Vorsitzende unserer Ortsgruppe, Wdfdin. Alma Löwenstein als Rheinländerin war die erste Nicht-Schlesierin auf diesen Posten.

Den Vorsitzenden standen und stehen auch noch heute einsatzfreudige Wanderfreundinnen und Wanderfreunde als Stellvertreter, Schriftführer, Wanderwart und Kassenwart zur Seite. Von ihnen sind aus der Anfangszeit u. a. zu nennen: die Wanderfreundinnen Heinze, Blödhorn, Niering und Istel, und Dora Puschmann sowie die Wanderfreunde Paepke, Schwarzer, Wasner, Dahlstrom, Zinnecker, Pelkner, H.-U. Siegert, Dr. Fritsch und Plischka.

Heute sind die Söhne von früheren Wanderfreunden, wie z. B. Horst Pelkner, stets gern bereit, unserer Ortsgruppe mit Rat und Tat zu helfen.

Der Mitgliederbestand entwickelte sich wie folgt:

Jahr19541964197019801990199820022005  2011
Mitglieder 36131132142104696147     31

 


Viele Mitglieder der schlesischen Gründergeneration sind inzwischen gestorben. Auch durch Austritt aus dem RGV wegen Krankheit oder Wegzug sank die Mitgliederzahl, obwohl es immer wieder gelang und weiter gelingt, neue Mitglieder für den Riesengebirgsverein zu gewinnen.

Inzwischen haben wir außer Schlesiern auch andere Heimatvertriebene aus Pommern und Ostpreußen und deren Nachkommen sowie Einheimische aus dem Umkreis und Landsleute aus anderen Teilen Deutschlands bei uns als Mitglieder.

Von Anfang an führte die Gruppe Wangen des RGV in jedem Sommermonat eine Wanderfahrt durch, manchmal auch mehrtägig. Diese Fahrten fanden große Anerkennung und stärkten den Zusammenhalt. Bis 2013 organisierte die Ausflüge in bewährter Weise Wanderfreundin Anni Müller, Käthe Wilde vermittelte Wissenswertes über Natur und Geschichte der Landschaften und Ziele unserer Fahrten.

In den Wintermonaten gibt es jeden Monat ein Treffen mit Dia-Vorträgen und guten Lesungen. In den ersten Jahren fanden sogar in größerem Rahmen Faschingsveranstaltungen statt.

1974 wurde das 20-jährige Bestehen unserer Ortsgruppe gefeiert, zugleich mit der Jahrestagung des RGV-Hauptausschusses in Wangen. 1983 wurde die Jahrestagung des RGV-Hauptausschusses wieder in Wangen durchgeführt, in kleinerem, aber sehr gemütlichem Rahmen.

 

Unser Hauptanliegen bleibt, den Riesengebirgsverein, das Riesengebirge und die schlesische Kultur hier im süddeutschen Raum, in Schwaben, lebendig zu halten.

Ein besonderer Beitrag dazu war, dass sich unsere Ortsgruppe Wangen 1997 mit einer Spende für den nach Originalvorlagen neu geschaffenen großen Kachelofen im völlig renovierten Weberzunfthaus der Stadt Wangen beteiligte.

Gerade im Hinblick auf das in Schlesien früher weit verbreitete und bekannt gewesene Weberhandwerk bestand für uns buchstäblich eine Verpflichtung dazu. Wird doch damit auch der Begriff und Name "Riesengebirge" in der Stadt Wangen und ihrer Umgebung bekannt bleiben.

Der Vorstand im Jahr 2013 besteht aus folgenden Mitgliedern, in der Mitgliederversammlung am 21.02.2013 wieder bestätigt:

Vorsitzender, Wanderwart
Dieter Stoschek

Stellv. Vorsitzende, Schatzmeisterin, Schriftführerin
Irmgard Stoschek

Stellv. Schatzmeister
Horst Pelkner

Stellv. Schatzmeisterin/Ausflüge
Anni Müller
Organisation der Nachmittagstreffen, finanzielle Abwicklung der Bus-Ausflüge 

Chronik der Wandergruppe RGV-Wangen

Wangen, 1920-1930: Blick durch Lindauer (St.Martins-) Tor auf Marktplatz und Rathaus
Wangen, 2005, Richtung Norden: St. Martinskirche / Ratloch (Durchlass Ober-Unterstadt) / Evang.Kirche / Ravensburger Tor
Hirschberg, ca. 2005: Fussgängerzone
Wangen, 2005: Fussgängerzone Herrenstrasse, durchs Ravensburger Tor gesehen
Hirschberg, 2005: Blick auf Riesengebirgskamm mit Schneegruben und - Baude
Wangen, Sicht von Aussichtsplatte (600m), Blick Richtung Bodensee mit Rheintal in Bildmitte (A,FL,CH) und Säntisgruppe (2502m) rechts davon, links Pfänderrücken
Hirschberg, 1920-1930: Sicht vom Hausberg-Turm auf Riesengebirgskamm mit Schneekoppe (1602m), vorn Zusammenfluss von Zacken und Bober
Wangen, kurz vor 1900: rechts Bahnlinie nach Lindau, hinter dem Bahnhof eine der 3 Großkäsereien in der Stadt, links evang.Kirche, rechts kath.St.Martins-Kirche, links davon im Hintergrund der Hochgrat (1802m) in der Nagelfluhkette; Ravensburger Tor sowie Lindauer Tor
Hirschberg, 1920-1930: Teil des Marktrings
Hirschberg, 2005: Blick über Stadtkern nach SO, links evang. Gnadenkirche, rechts Rathausturm

Fotos zur Chronik der Ortsgruppe Wangen im Allgäu

Die Stadt Wangen war durch Beschluss des Stadtrates vom 22. April 1952 bis 1956 Patenstadt von Hirschberg im Riesengebirge. Viele Menschen aus dem Riesengebirge hatten sich nach der Vertreibung aus ihrer Heimat hier im Allgäu niedergelassen. Das war der Beweggrund, in Wangen im Allgäu eine Ortsgruppe des Riesengebirgsvereins zu gründen.