Am 26.2.2005 wurden in der Mitgliederversammlung der Münchner Wandergruppe im Riesengebirgsverein e. V. satzungsgemäß die Mitglieder des Vorstandes neu gewählt. Es hat ein umfassender Wechsel in der Vorstandschaft stattgefunden.
Wdfrd. Edgar Gerbert hat nach 18-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Vorstand, davon 17 Jahre als Vorsitzender, aus Altersgründen für die Neuwahl nicht mehr kandidiert. Außerdem haben aus persönlichen Gründen die stellv. Vorsitzende, die Schatzmeisterin und die stellv. Schatzmeisterin ihre Ehrenämter zur Verfügung gestellt.
Einstimmig wurden in den neuen Vorstand gewählt:
| Werner Adolph | Vorsitzender |
| Gerti Adolph | Stellv. Vorsitzende |
| Brigitta Nickel | Stellv. Vorsitzende |
| Uta Strey | Schatzmeisterin u. stellv. Schriftführerin |
| Ragna Kantor | Schriftführerin |
| Thomas Habersetzer | Wanderwart |
| Erich Kantor | Wanderführer |
Wie üblich bei den jährlichen Mitgliedertreffen stellt sich, das Ausrichterteam am ersten Tag selbst vor. Diesmal zeigten die Münchner jedoch zusätzlich in einem Film ihre 3 unterschiedlichen Wandergruppen: Die Senioren-Wanderer, die Wanderer allgemein und die Bergwanderer. Dazu wurde gezeigt ihre Stadt München, das Oberland und der Isarwinkel mit dem Ausgangspunkt Bad Tölz.
Urlaubserinnerungen wurden geweckt, und als kleines Dankeschön für das Kommen freute sich jeder Gast über eine CD mit folkloristischer Musik. In heiterer Stimmung, und manch einer immer noch nicht müde, endete der erste Wiedersehenstag.
An den Frühstückstischen des nächsten Morgen gab es Diskussion darüber: Brauchen wir einen Schirm oder brauchen wir ihn nicht? Das Letztere bewahrheitete sich dann auf der Ausflugsreise mit den 4 Bussen. Kloster Ettal, ein Kleinod an Geschichte, Baukunst und Malerei bleibt in guter Erinnerung, aber der Eibsee als Spiegel der Zugspitze versteckte sein Gestade teilweise im Nebel. Ein flüssiger Berggeist half als Aperitif schnell darüber hinweg.
Nach einer Mittagsrast in Hammersbach ging dann die Reise durch Garmisch, vorbei an den Sprungschanzen in Partenkirchen und über Klais mit seinen Buckelwiesen nach Mittenwald. In diesem romantischen Bergdorf an der Isar, 920 Meter hoch gelegen, erhielten wir Einblick in die 350-jährige Geschichte des berühmten ansässigen Geigenbaus. Bei dem anschließenden Ortsrundgang, ohne Schirm, begeisterte die Lüftl-Malerei an der Kirche und an vielen Häusern.
Ein Abstecher zu den ehemals nachtaktiven Wolperdingern mußte aus zeitlichen Gründen ausgelassen werden. Die Rückfahrt durch den Wallgau, vorbei an Walchensee und Kochelsee, erfolgte mit Hinweisen auf Landschaft und Geschichte durch die besonders aufmerksamen Busfahrer.
Nach dem bayerischen Bufett im Hotel und der großen Abendtoilette von Damen und Herren fand im nahegelegenen großen Kursaal von Bad Tölz der "RGV-Festabend" statt. Joachim Kopbauer als Hauptvorsitzender unseres Vereins hielt die Festrede.
In die kostbare Tracht des Riesengebirges gekleidet, waren zehn Mitglieder anwesend. Sie wurden auf der Bühne freudig begrüßt und mit anhaltendem Applaus bedacht.
Danach begann die Volkstanzgruppe Edelweiss mit einem Vorsprecher zahlreiche geschichtlich-traditionelle bayerische Volkstänze vorzutragen. Herausragend war hier der Kronentanz zu den Klängen des Tölzer Schützenmarsches.
Als Höhepunkt des Abends kam dann unser berühmter und legendäre Berggeist Rübezahl leibhaftig in Begleitung von zwei Zwergen auf die Bühne. Er wußte so allerlei aus dem Vereinsleben zu berichten und bezweifelte auch, daß seine Geburtsregion im Harz liegen könne. Auch seine Probleme mit den Frauen verschwieg er nicht, nur sollten sie jung und keine roten Haare haben. Als er für einen Moment träumte und eingeschlafen war, erschien ihm eine orientalische Bauchtänzerin, die mit streng nach Rangfolge geordneten Schleiertänzen versuchte, den Alten vom Berge für sich zu gewinnen. Ein mystischer Nebel sollte seine Sinne dabei verwirren. Aber es half alles nichts; als er endlich erwachte, war die Fee bereits verschwunden. Daraufhin machte er sich schleunigst über die "blauen Berge und grünen Täler" wieder davon. Mit Musik und Tanz endete dann der Abend in dem mit RGV-Symbolen geschmückten Festsaal.
Am dritten Tag folgte ein geteiltes Programm. Etwa hundert Mitglieder fuhren mit der Oberlandbahn zu einer Stadtbesichtigung nach München. In 6 Gruppen, jeweils mit einer Stadtführerin, führte der Weg vom Bahnhof aus durch die Altstadt, über den Marienplatz, der Residenz, Oper und alter Hof (14. Jahrh.) zum Treffpunkt Hofbräuhaus.
Leider gab es an diesem Tag weder Weißwürste noch Leberkäs, was in der Geschichte des Hauses sicher einmalig sein durfte. Die meisten blieben dann bei Leberknödel, Haxn, Brezen und einem süffigen Bier und genossen die Atmosphäre.
Wegen der am Nachmittag des gleichen Tages stattfindenden Hauptausschußsitzung unternahm die 2. Gruppe eine Stadtführung in Bad Tölz und anschließend eine Brauereibesichtigung im nahegelegenen Kloster Reutberg. Das Klosterbier schmeckte, und Weißwürste gab es auch. Die zum Kloster gehörende Kirche ist sehenswert. Sie beherbergt das Jesuskind von Bethlehem, welches während der Kreuzzüge nach München kam. Seit den Schwedenkriegen hütet das Kloster diesen Schatz, und nur in den Weihnachtswochen ist es mit der heiligen Familie zu bestaunen.
Der anschließende gemeinsame "Münchner Abend" wurde durch den Hauptvorsitzenden des Riesengebirgsvereins, Herrn Joachim Kopbauer, eröffnet. Es wurde der verstorbenen Vereinsmitglieder ehrend gedacht. Darauf folgte der Bericht über die am Nachmittag stattgefundene Hauptausschußsitzung und deren Beschlüsse. Ehrungen und Auszeichnungen verdienter Mitglieder im Riesengebirgsverein schlossen sich daran an.
Den nun aus dem Hauptvorstand ausgeschiedenen Mitgliedern, Herrn Dieter Berger aus Frankfurt und Herrn Edgar Gerbert aus München, wurde wegen ihrer bisherigen aktiven und gestalterischen Mitarbeit im Hauptverein durch Wdfrd. Kopbauer besonders gewürdigt und gedankt, sie haben sich um den Riesengebirgsverein verdient gemacht.
Das Abendprogramm mit Geschichten und Gedichten, Sketchen und Anekdoten wurde mit reichlich Beifall bedacht und durch gemeinschaftliches Singen, mit leiser Unterstützung der Münchner Zeiserl, fröhlich ergänzt. Der Hauptvorstand und die Vorstände der teilnehmenden Ortsgruppen bedankten sich bei der Münchner Wandergruppe im Riesengebirgsverein bei dem Vorstand und Gesamtleiter der Veranstaltung, Herrn Edgar Gerbert, sowie bei der Organisationsleiterin, Frau Emmy Bauer, mit anerkennenden Worten und mit Geschenken für die Einladung und für das gelungene Mitgliedertreffen in Bad Tölz.
Mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Kein schöner Land in dieser Zeit" schloß die Veranstaltung, aber nicht ohne den Wunsch auf ein frohes und gesundes Wiedersehen in Braunschweig 2005.
Werner Adolph, München
PS. Anschließend an das RGV-Mitgliedertreffen vom 21.5. bis 23.5.2004 wurden den Teilnehmern 3 Wandertage im Tölzer Land angeboten. Die Hälfte der Wanderfreunde nahmen das Angebot an und wanderten mit den Münchner Wanderfreunden 45 km.