„Auf den Spuren der Ortsgruppe Görlitz“

  Bericht  von Wdfr. Barbara Biesold

Am 07.11.2009 machten sich 33 Wdfr. der OG Dresden das Sachsenticket zu nutze und fuhren nach Görlitz. Die Erwartungen waren groß, denn die Stadt Görlitz hat aus ihrer 900-jährigen Geschichte viel Sehenswertes zu bieten.

Wir wurden von den Wdfr. Joachim Morgenstern, als Vorsitzender und Horst Herr, als Mitglied des Hauptausschusses herzlich begrüßt. Während uns H.Herr zunächst in die Geschichte der OG Görlitz eintauchen ließ, übernahm J.Morgenstern in bewährter Weise die Stadtführung.

Erstes Ziel war die schönste Jugendstilvilla in Görlitz, die dem jüdischen Kaufmann Ephraim gehörte und z.Zt. noch als Jugendherberge genutzt wird. Im Inneren konnten wir die herrlichen Gestaltungselemente bewundern. Der Weg führte uns weiter zum Park  „Am Weinberg“. Der zum Weinberghaus gehörige Turm, der 1885 im Rahmen einer Industrie- und Gewerbeausstellung als Exponat und Geschenk der OG Görlitz an die Stadt gebaut wurde, konnte auf Initiative des RGV um 1900 auf den Weinberg versetzt werden. Mit der Besteigung des Turmes, der nicht jedem zugänglich ist, machten uns die Görlitzer Wdfr. eine große Freude, konnten wir doch den schönen Rundblick auf die nähere und weitere Umgebung, wie den Berzdorfer See, der seit 2001 geflutet wird, und das Isergebirge, genießen. Weiter ging es vorbei an der Görlitzer Landskronbrauerei, dem Neiße Viadukt zur Aussichtsplattform der Neiße. Alte Fotos belegten, das hier früher ein Blockhaus stand und der RGV, der die Plattform mit gestaltet hatte, hier seine Bibliothek einrichten konnte.

In der Stadt Görlitz erwartete uns eine geschlossene Altstadt mit zahlreichen Bauten aus der Spätgotik, der Renaissance und des Barock, die restauriert in neuem Glanz erstrahlten.  Wdfr. Morgenstern  ließ die Geschichte mit einer wechselvollen Stadtentwicklung, das Bürgerleben und den architektonischen Reichtum der Stadt mit seinen Informationen lebendig werden.

Auch im Stadtzentrum gab es Berührung mit dem RGV. So fanden z.B. im heutigen Naturkundemuseum die Gründung der OG Görlitz und im ehemaligen „Englischen Garten“ die erste Hauptausschusssitzung des RGV statt.

Nach einem stärkenden Mahl im „Schwibbogen“ teilte sich die Gruppe. J.Morgenstern setzte die Stadtführung fort und H.Herr lud zu einer Wanderung auf den Hausberg von Görlitz, die Landeskrone, ein. Von der 420 m hohen Aussichtsplattform konnten wir nochmals auf die Stadt und ihre Umgebung schauen. Erstaunt waren wir, auf der Landeskrone ein Körnerdenkmal vorzufinden, das 1895 eingeweiht wurde, und an dem die OG Görlitz als Stifter beteiligt war. Erst  bei der Restaurierung des Denkmals 1996 wurde eine Stiftertafel für den RGV Görlitz angebracht.

Das Kaffeetrinken im Burghotel beflügelte unsere Schritte bergab, um den Zug nach Dresden noch zu erreichen.

Zufrieden und voll neuer Eindrücke und Informationen traten wir die Heimreise an. Der Besuch ließ die Erwartungen auf das Mitgliedertreffen 2010 in Görlitz steigen. Wir danken den Wdfr. Morgenstern und Herr  für ihr Engagement und ihre Mühe, konnten sie uns doch viel Neues erschließen. Die enge Verbindung der langjährigen Geschichte der OG Görlitz mit der Stadt und ihrer Umgebung war sehr beeindruckend.

Herbstwandern und Kultur im Erzgebirge

Bericht von Wfrd. Barbara Biesold

Die Geschichte des Bergbaus sowie eine vielseitige und abwechslungsreiche Landschaft machen das Erzgebirge als natürliche Grenze zwischen Sachsen und Böhmen zu einem lohnenswerten Wanderziel. Das zog auch 19 Wanderfreunde der Ortsgruppe Dresden des RGV mit Gästen der OG Görlitz nach Johanngeorgenstadt, wo sie erlebnisreiche Herbsttage verbrachten.

Die Wanderungen in die nähere Umgebung und auf den 1019 m hohen Auersberg mit herrlichen Fernblicken sowie die Erkundung der Zeitzeugen des jahrhundertelangen Bergbaus brachten uns die Schönheiten des Erzgebirges nahe. Bei einem Ortsrundgang besuchten wir auch die Miniwerkstatt des ältesten und einzigen Handschuhmachermeisters in Sachsen.

Die gute Ausgangsposition nutzten wir aber auch zur Erkundung des Westerzgebirges und zu einem Besuch im Böhmischen Karlsbad. Die Erzgebirgsbahn sorgt mit ihrem Liniennetz für Mobilität und so erreichten wir unsere Ziele bequem und mit schönen Aussichten. Der Aufenthalt in Karlovy Vary (Karlsbad) vermittelte viele neue Eindrücke. Der Ort ist in eine bewaldete Hügellandschaft eingebettet und die Bäderarchitektur der historischen Kureinrichtungen erstrahlt in neuem Glanz.

Eine Sonderzugfahrt mit der Erzgebirgischen Aussichtsbahn von Schwarzenberg nach Annaberg-Buchholz und zurück war ein besonderes Erlebnis. Sie führte uns über den Kamm des Erzgebirges mit Ausblicken auf Scheiben-, Pöhl- und Fichtelberg. Beeindruckend dabei auch die Fahrt über den Markersbacher Viadukt. Der mehrstündige Aufenthalt in Annaberg-Buchholz ermöglichte einen Besuch einer der größten spätgotischen Hallenkirchen Sachsens St. Annen, der Bergkirche St. Marien, des Adam-Ries-Hauses und einer Vielzahl bergbaulicher Zeugnisse. Eine Besonderheit war auch die Besteigung des Turmes der St. Annenkirche über 211 Stufen, der von der jüngsten Türmerfamilie Europas bewohnt wird und einen einzigartigen Blick auf die Stadt und ihre Umgebung bietet.

Die Vielfalt der Erlebnisse, die uns die Herbsttage im Erzgebirge brachten, war für alle beeindruckend. Vielleicht haben wir mit unserem Bericht auch Ihre Neugier auf das Erzgebirge geweckt?

Eine Kammwanderung im Riesengebirge

Bericht von Wanderfreund G. Kriedel, Riesengebirgsverein, Dresdner Wandergruppe, Dezember 2010

Viele Wanderfreunde, die schon mal im Riesengebirge unterwegs waren, kennen den Hauptkamm. Begriffe wie Reifträger, Schneegruben, Spindlerpaß, Schlesierhaus und Grenzbauden verbinden sich sicherlich mit angenehmen Erinnerungen.

Diese Kammwanderung, zu der sich zwei Wanderfreunde der Dresdner Wandergruppe im August aufmachten, wird in fast jedem Wanderführer des Riesengebirges beschrieben und ist der Höhepunkt jedes Riesengebirgeaufendhaltes. Bereits Griebens „Reise-Bibliothek“, Band 18, beschreibt im Jahre 1892 eine Kammwanderung von Schreiberhau über den Zackenfall bis zu Hübners Grenzbaude und weiter nach Schmiedeberg. Pollmann widmet in Rothers Wanderführer „Riesengebirge“ dieser Kammwanderung sieben Kapitel, Frank Schüttig in „Das Riesengebirge entdecken“ genau zehn Seiten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Obwohl es möglich wäre, den Kamm an einem Tag zu durchwandern wird bereits in Griebens „Reise-Bibliothek“ 1892 von einem sog. „Kammrennen“ abgeraten, da keine Zeit verbleibt, die wunderbare Natur zu genießen. Es wird auch empfohlen, den Kamm von West nach Ost zu durchwandern, da sich in diese Richtung die Naturschönheiten bis hin zur Schneekoppe steigern.

Mein Anliegen ist es in diesem Bericht nicht, die Naturschönheiten des Riesengebirges nochmals zu beschreiben, wie es in jedem Wanderführer nachzulesen ist, sondern lieber ein paar Hinweise zu geben und Eindrücke zu schildern, die für das Gelingen einer solchen Mehrtageswanderung hilfreich sein können.

Wir wählten als Ausgangsort für unsere Wanderung Harrachsdorf auf der Tschechischen Seite des Riesengebirges, weil uns dieser Ort sehr vertraut ist. Sinnvoll ist es, ein Quartier in der Nähe zum Busbahnhof zu suchen, denn der Zugang zum Kamm erfolgt von Harrachsdorf über das nahegelegene Mummeltal.

Bei der Quartiersuche sollte man mit den Wirtsleuten auch vorher schon vereinbaren, dass das Auto drei Tage auf dem Parkplatz der Pension stehen kann, denn man ist ja drei Tage im Gebirge unterwegs und kommen nicht ins Quartier zurück. Das bedeutet, dass man die benötigten Sachen für drei Tage mitnehmen und auf dem Rücken tragen muss. Deshalb sollte man sich vorher Gedanken machen, was unbedingt auf der Wanderung benötigt wird und auf was man verzichten kann.

Ein Rucksack mit einer Größe zwischen 25 und 35 l ist für diese Dreitagewanderung ausreichend.

Getränke und Essen gibt es in den zahlreichen Bauden im Gebirge.

Ein Paar knöchelhohe Leichtwanderschuhe sind für die Wege ausreichen. Schwere Bergschuhe müssen es nicht unbedingt sein. Wetterfeste und warme Kleidung sollten man unbedingt mitnehmen, ggf. Wechselkleidung. Mineralwasser für einen Tag. Es kann auf den Bauden für die Folgetage nachgekauft werden. Einen Snack für den kleinen Hunger.

 

An der Wosseckerbaude überlegten wir beim herrlich kühlen Gambrinus auf einer Bank im Freien, ob wir wirklich weiter wandern wollen oder vielleicht noch ein paar Biere im Sonnenschein trinken und die herrliche Fernsicht zum Teufelsberg, zum Plechkamm und zum Jeschken genießen sollten.

Dabei hatte die Kammwanderung noch nicht einmal richtig begonnen.

Schließlich kam der Ruck und es ging weiter in Richtung Neue Schlesische Baude. Das war der offizielle Anfangspunkt unserer Wanderung.

Dann folgten Reifträger, Sausteine, Quarksteine, ein Abstecher zur total mit Menschen überlaufenen Elbquelle und weiter zur Veilchenspitze und den Schneegruben. Wir konnten uns beim Wandern Zeit lassen und die Landschaft und die Panoramaaussichten genießen, denn unser Tagesziel, die Martinsbaude, lag nicht mehr weit hinter dem Hohen Rad vor uns.

Es war gut, dass wir die Übernachtung in der Martinsbaude schon gebucht hatten. Denn die Baude war an diesem Augustwochenende voll belegt. Viele Quartiersuchende wurden abgewiesen.

So gegen 19.00 Uhr verließ der letzte Tageswanderer in Richtung Spindlermühle die Baude und es wurde beim Bier und Becherovka für alle Gäste so richtig gemütlich.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück gleich weiter und wir konnten bei schönstem Sommerwetter den Morgen und die Natur genießen. Nur wenige Wanderer waren unterwegs. Das waren sicherlich alles Naturfreunde.

An der Spindlerbaude angekommen, kamen auch schon die ersten Reisebusse mit den „Reisebürotouristen“ auf dem Paß an und es war aus mit der herrlichen Ruhe. Ein Bus nach dem Anderen quälte sich zum Parkplatz und die Menschen strömten in alle Richtungen aus.

Das Getümmel steigerte sich kontinuierlich bis wir am Schlesierhaus ankamen und fand seinen Höhepunkt auf der Schneekoppe. Es steht geschrieben, dass an sehr schönen Tagen bis 5000 Touristen die Koppe besuchen. Wir hatten den Eindruck, es waren bestimmt noch ein paar Tausend mehr an diesem Tag. Also schnell das Pflichtprogramm abspulen, d.h. Erinnerungsfoto, Wanderstempel und Blick in den Riesengrund aus der zweiten Reihe und weiter auf dem Faltisweg in Richtung Riesenkamm und Emmaquellbaude. Die Wanderung wurde wieder ruhiger und angenehm, denn der touristische Höhepunkt lag hinter uns. In der Emmaquellbaude kann man in Ruhe Rasten und bekommt eine gute Verpflegung angeboten, zumindest der Palatschinken ist sehr zu empfehlen.

Von hier ist es nicht mehr weit über den Eulenpaß zu den Grenzbauden.

An den Grenzbauden hatten wir kein Quartier gebucht, fanden aber sofort eine sehr nette Pension unweit des alten Grenzüberganges.

Am dritten Tag ging es wieder zurück nach Harrachsdorf.

Dafür hatten wir uns eine sehr zu empfehlende Busverbindung herausgesucht, den sog. Riesengebirgs-Fahrradbus. Dieser fährt zweimal täglich zwischen Klein Aupa und Harrachsdorf in jede Richtung. Eine wunderschöne Riesengebirgsrundfahrt für etwa 5 Euro.

Es geht allerdings morgens schon 7.25 Uhr in Klein Aupa an den Grenzbauden los. Für die dreieinhalb Stunden Fahrzeit sollte man schon etwas Proviant im Rucksack haben, da die meisten Pensionen erst ab 8.00 Uhr Frühstück anbieten. Auf dieses mussten auch wir verzichten.

In Harrachsdorf endete unsere Wanderung.

Resümee: Eine sehr zu empfehlende Wanderung, die man im Spätsommer bei klarem Wetter machen sollte. Man lernt sehr viele Naturschönheiten im Riesengebirge in drei Tagen kennen und hat herrliche Aussichten.